devise«Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern».

Die Lisanga-Schule befindet sich in Kinshasa, in der Demokratischen Republik des Kongos (früher Zaïre). Sie wurde im Jahr 1980 von Els Kazadi-Gysel gegründet, einer Schweizerin mit einem Diplom in soziokultureller Animation und erfahrenen Lehrerin, die im Kongo lebt. Els Kazadi hatte die Schule im Auftrag der ECC (Eglise du Christ au Congo) gegründet und wurde dann vom DM-Echange et Mission unterstützt. Sie hat ein kompetentes Team zusammengesetzt, um Schritt für Schritt einen Kindergarten und eine Primarschule aufzubauen. Dies wurde möglich dank der finanziellen Unterstützung von einigen Eltern der Kinder, von einigen Firmen in Kinshasa, von Kirchgemeinden des Kantons Schaffhausen, woher Els Kazadi ursprünglich kommt, und von circa 150 Patenschaften und von mehreren schweizerischen Unternehmen. Els Kazadi hatte die Stellung der Schulleitung von Lisanga bis 1997 inne. Darauf hat sie bis 2010 als Beraterin und als Verantwortliche für die Ausbildung und als Projektleiterin mitgewirkt. Seit 1997 ist Marcel Kajingu Schulleiter. 2010 wurde ein Beirat, welcher dem Team der Schule übergeordnet ist, gegründet, um die Buchhaltung zu kontrollieren und auf die gute Entwicklung der Schule zu achten. Eine Gruppe von Eltern steht der Schule beratend zur Seite.

Die Lisanga-Schule setzt sich zusammen aus 12 Primarklassen von je ungefähr 40 Schülern und aus 6 Kindergartenklassen von je 40 Kindern. Die Schule bietet auch verschiedene Aktivitäten neben der Schule an: Sport, Pfadfinderaktivitäten, Tanz, Theater und Bibelgruppe. Diese Aktivitäten bieten manchmal Gelegenheiten für Treffen oder Wettbewerbe mit anderen Schulen. Im Garten werden Heilpflanzen angebaut, um Medikamente herzustellen für den internen Gebrauch und den Verkauf. Der Schulkiosk verkauft Snacks und Kuchen, Säfte und Getränke, die auch bei den Schülern der naheliegenden Sekundarschule beliebt sind. Ein Bäcker bäckt jeden Morgen Brot  für die Mitarbeiter und die Schüler der Schule. Ein Künstler erstellt Karten und stellt Keramik her. Die Nähwerkstatt näht die Uniformen der Schule und nimmt auch externe Bestellungen an. 

enseignants

Den neu gebauten grossen Saal, in dem Theaterkurse stattfinden, kann man am Wochenende für Hochzeiten und andere Veranstaltungen mieten, was auch eine Finanzierungsquelle für die Schule ist. Alle diese verschiedenen Aktivitäten ermöglichen etwa zwölf Personen eine regelmässige Arbeit: Die Schule stellt ihnen einen Arbeitsort und ein kleines Anfangskapital zur Verfügung. Diese Aktivitäten, die man «kleine Projekte» nennt, stellen auch eine Selbstfinanzierungsquelle dar, weil die Schule einen Teil des Gewinns erhält.

Die Lisanga-Schule ist also nicht einfach ein Schulkomplex, sondern vielmehr ein Lebensort, der mehrere Dienste anbietet, wie Restaurierung, Verpflegungsmöglichkeiten, Verkauf von Handwerksprodukten und Naturheilpflanzen, Nähen, eine Sportanlage, Raumvermietungsmöglichkeit, Internetcafé …

Dank dem Gesundheitszentrum gewährleistet die Schule als Arbeitsgeberin die medizinische Betreuung ihrer Schüler sowie der Mitarbeiter und deren Familien – was von einem Arbeitgeber im Kongo selten angeboten wird. Eine ausgebildete Krankenschwester, eine Laborantin und eine Physiotherapeutin leisten die erste Hilfe: sie kümmern sich um Patienten bei Fieber, Malaria, Würmern, Diabetes oder der Bluthochdruck, und sie organisieren Impfungsaktionen. Eine ausgebildete Psychologin steht den vernachlässigten Kindern oder denen, die zu Verhaltensstörung neigen, zur Verfügung. Für schlimmere Fälle kommt zwei Mal pro Woche ein Arzt in die Schule.

 

bouillie distributionIm Jahr 2008 hatte eine Untersuchung dieser psycho-medizinischen Versorgungseinrichtung bewiesen, dass viele Schüler an Unterernährung litten, was sie daran hindert, dem Unterricht aufmerksam zu folgen. Seitdem bekommen die Bedürftigen dank der gesammelten Spenden jeden Morgen einen nahrhaften Brei.

Die Lisanga-Schule hat tatsächlich das Ziel, eine «Schule für das Leben» zu sein. Durch ausserschulische Aktivitäten lernen die Kinder auch die kongolesischen Werte und Traditionen und die Verantwortung als Bürger kennen. Sie werden auch für die Umwelt und die Natur sowie für die Offenheit für andere Kulturen sensibilisiert. Sie üben, verantwortungsbewusste, fleissige und ehrliche Jugendliche zu werden, bereit, an der Entwicklung des eigenen Landes mitzuwirken. So strebt die Schule nach einer «vollständigen Ausbildung: Kopf – Herz – Hand»: intellektuelle, moralisch-geistige und praktische Entwicklung.

main tete coeur

Die Schulpädagogik ist aktiv und partizipativ. Das Lehrpersonal achtet dank regelmässiger Weiterbildungen und Verbesserungen der Arbeitsbedingungen auf die Qualität des Unterrichts.

Website der Schule : http://ecolelisanga.org/